Jugend mehr beteiligen? Unbedingt!

Wie kann es uns allen gelingen, dass die Groß-Umstädter Kinder und Jugendlichen in die Entscheidungsprozesse unserer Stadt besser integriert werden? Nach Ansicht der BVG auf jeden Fall besser, wenn mit ihnen als nur über sie gesprochen wird! Das eher geringe Interesse Jugendlicher an „Politik“ in ihrer Gesamtheit kommt nicht von ungefähr. Ist es nicht eher zu spät, wenn junge Menschen erst im Alter von 18 Jahren, im Rahmen der Wahlen, offiziell am Prozess der Demokratie beteiligt werden? Als Teil der Gemeinschaft sollte ihnen „Mitentscheiden“ als etwas Natürliches auf den Weg gegeben werden. Je früher Menschen damit vertraut werden, selbst darüber mit zu entscheiden, in welchen Lebensbedingungen sie aufwachsen, desto selbstverständlicher übernehmen sie auch die Verantwortung innerhalb ihres Umfelds. Denn was man selbst mitentschieden und umgesetzt hat, das trägt man mit Überzeugung! Deshalb ist es sehr wichtig, die Kinder und Jugendlichen vor Ort „abzuholen“, ihre Interessen abzufragen und sie selbst am politischen Entscheidungsprozess zu beteiligen. Gerade auch deshalb, wenn es in Groß-Umstadt und anderswo wie selbstverständlich einen Seniorenbeirat, einen Ausländerbeirat eine Gleichstellungsbeauftragte etc., gibt.

Die Frage der Beteiligungsform, ob als Beirat, Parlament oder Forum ist hierbei nicht die Wichtigste. Unabdingbar ist es jedoch, bereits im Zeitpunkt der Konzepterarbeitung die Jugend einzubeziehen und nicht außen vor zu lassen. Auch im Landkreis – und besonders zu Wahlkampfzeiten werden gerne bestehende Jugendkonzepte in den Vordergrund gerückt. Auch in Groß-Umstadt gibt es „UJAM“ (UmstadtsJugendArbeitetMIt), allerdings – ohne die Arbeit der dort engagierten Jugendlichen zu schmälern - wurde diese Gruppierung nicht nach demokratischen Grundsätzen gewählt.

Deshalb möchte die BVG in diesem Zusammenhang anregen, einmal einen anderen Weg – und zwar gleich mit der Beteiligung der Umstädter Kinder und Jugendlichen - einzuschlagen. Nicht die Jugendlichen müssen angepasst werden, sondern die Strukturen müssen sich an den Bedürfnissen der Kinder und Jugend anpassen und orientieren! Alleine das ist nicht einfach und kostet enormen Aufwand und viel Arbeit. Aber nur so wird es uns allen gelingen, für die Kinder und Jugendlichen in Groß-Umstadt Anreize zu schaffen, sich für IHRE Stadt mit allen Stadtteilen zu engagieren, die auch ein Engagement ihrerseits lohnend machen!

Praktisch vorstellbar wäre zum Beispiel, dass alle Umstädter Schulen angeschrieben werden und aus Ihren Schulklassen und der gesamten Schülerschaft Vertreter:innen/Sprecher:innen wählen. Die Wahlen könnten digital an den Schulen erfolgen und dort ein Medium werden, Themen zu sammeln, die dann bearbeitet werden. Auch hier muss „das Rad“ in Umstadt nicht neu erfunden werden. Es gibt in Deutschland schon viele Städte und Gemeinden, die gute Erfahrungen mit Jugendparlamenten oder -beiräten gemacht haben.

Die endgültige Ausgestaltung sollte auf einer breiten politischen Basis angegangen werden, um die beste Beteiligungsform für Groß-Umstadt mit ihrer Jugend gemeinsam zu finden. Wenn es uns allen so wichtig ist, dass unser Groß-Umstadt weiterhin liebens- und lebenswert bleibt, liegt es auch in den Händen unserer nachfolgenden Generationen. Und das sind unsere Kinder und Jugendliche. Geben wir ihnen diese Beteiligungsrechte!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit – sprechen Sie in Ihren Familien über die „neue Jugendbeteiligung“ - Anregungen. Verbesserungen oder Kritik können Sie gerne an info@bvg-gross-umstadt.de richten. Die BVG wird in der nächsten Legislaturperiode hierzu einen Antrag vorbereiten.

Ihre BVG - Bürgervereinigung Groß-Umstadt e.V.