Neubebauung in Umstadt ohne Verkehrskonzept

 

 „Die Vorstadt ist durch die stark befahrene Georg-August-Zinn (GAZ)-Straße von der Altstadt abgetrennt, was sich negativ auf die Qualität der Wohn- und Geschäftsnutzung in der Vorstadt auswirkt. Voraussetzung für die optimale Aufwertung der Vorstadt ist ein quartier-verträgliches Verteilen des Verkehrsauf-kommens. Priorität hat die Fertigstellung der Nordtangente (Nordspange) und die Überarbeitung des Verkehrsleitsystems.“

So lautete eine Zielvorgabe zu Beginn der Sanierung der südlichen Vorstadt im Jahre 2004.

Seitdem sind 13 Jahre ins Land gegangen, die Sanierung der Vorstadt wird nächstes Jahr abgeschlossen werden. Heute steht aber schon fest, dass das oben genannte Ziel der Sanierung, nämlich die Verkehrsentlastung der GAZ-Straße und eine quartierverträgliche Verteilung des Verkehrs deutlich verfehlt wird.

Anstatt der geplanten Verbesserung hat sich die Verkehrssituation seit 2004dramatisch verschlechtert. Das liegt neben der Erhöhung des Fahrzeug-bestandes pro Kopf vor allem an der ökologisch sehr wünschenswerten Innenverdichtung:

- Viele neue Wohneinheiten sind seit 2004 im Osten von Umstadt u.a. in der Wächtersbach und zwischen Krankenhausstraße und Zimmerstraße entstanden.

- Über 60 neue Wohneinheiten sind am Rande der Kappesgärten in den letzten Jahren hinzugekommen.

Und es wird weiter gebaut, denn

für 72 neue Wohneinheiten im neuen Baugebiet unterhalb des Krankenhauses laufen gerade die Erschließungsarbeiten. Ein für dieses Gebiet  erstelltes Verkehrsgutachten hat gezeigt, dass auch diese Neubauten wieder zur Erhöhung des Verkehrs in der GAZ-Straße beitragen werden.

- Weitere Projekte sind in der Planung wie z.B. 12 Wohneinheiten Hintergasse /Scheuerweg und mind. 11 Wohneinheiten an der Höchster Straße (ehemaliger Getränkemarkt Petry). Auch diese sind  für den Innenstadtverkehr und damit wieder für die GAZ-Straße relevant.

Die tagtäglichen langen Staus in der GAZ-Straße, der zunehmende Ausweich-verkehr in dafür ungeeigneten Straßen wie Riegelgartenweg, Schwarzer Berg oder Goethestraße machen mehr als deutlich, dass hier dringend Abhilfe geschaffen werden muss. Der viel belächelte Hinweis auf die Nordspange hilft nun wirklich nicht weiter, denn die Probleme müssen jetzt zumindest einmal gelindert werden. Schon heute ist die Behauptung, dass die schlechte Verkehrssituation eher als fehlende Bauplätze den begrenzenden Faktor für ein moderates Wachstum von Umstadt darstellt, nicht mehr von der Hand zu weisen.

Es ist zweifelsohne  nicht einfach, bei den vorhandenen Rahmen- bedingungen Abhilfe zu schaffen. Nichtsdestotrotz muss das Problem jetzt angegangen werden. Das  ist sicher nicht zu schaffen durch Alleingänge einzelner Parteien, sondern hier müssen alle an einem Strang ziehen. Am besten holt man sich dazu professionelle Unterstützung, denn das Problem ist sehr komplex. Gleichzeitig müssen wir aber auch mit ganzer Kraft einen Weg suchen, die Nordspange so schnell wie möglich, zu realisieren. Kommende Wahlen dürfen hier kein Verzögerungs-grund sein ! Fast jede politische Gruppierung hat die Verbesserung der Verkehrssituation in ihrem Wahlprogramm. Lasst uns endlich ernst machen mit der Umsetzung und uns gemeinsam um die Lösung dieses wirklich gravierenden Problems kümmern.

 

Ihre Bürgervereinigung Groß-Umstadt (BVG)

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